Schüler der Christiane-Herzog-Schule
12.09.11 14:11 Alter: 249 days
Kategorie: Heinrich-Haus Pressemitteilungen

Eine Portion weiches Fell bitte!

Zwei Golden Retriever sorgen für Entspannung in den Engerser Werkstätten


Engers. Heute besuchen die Hundedamen Luna und Maja die Werkstatt für Menschen mit Behinderung im Heinrich-Haus Engers. Gemeinsam mit der Therapiehundeführerin Susanne Schattulat werden die beiden reinrassigen Golden Retriever auf Ronja und Ann-Christin treffen, die im Rahmen der arbeitsbegleitenden Maßnahmen als Beschäftigte der Werkstatt eine ganz spezielle Form der tiergestützten Intervention erhalten – Die Hundetherapie. Die Hundetherapie bedeutet den gezielten Einsatz von speziell ausgebildeten Therapiebegleithunden und soll z. B. physisch oder psychisch erkrankten Menschen mit Behinderung oder Demenzkranken bei der Heilung oder Verbesserung der Symptomatik unterstützen. Die Hunde haben auf Menschen in den meisten Fällen eine beruhigende Wirkung und dienen als Moderator zwischen Therapeut und Patient. Die Idee dabei ist, dass Menschen für die Tiere schnell Empathie empfinden und daher meist positiv auf die Therapie reagieren. Im direkten Kontakt mit dem Tier verändert sich das Verhalten der Teilnehmer unmittelbar. Die Hunde sind loyal, urteilsfrei und folgsam. Sie steigern im Umgang miteinander so das Selbstbewusstsein der Patienten und bauen Hemmungen und Ängste ab.


Luna und Maja macht die Arbeit im Heinrich-Haus sichtlich Spaß.“ Das ist die Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Einsatz.“ weiß Susanne Schattulat, „Die beiden lieben es, mit den motivierten Teilnehmern zusammen zu sein, mit Ihnen zu spielen oder einfach nur zu kuscheln. Vor neun Jahren hat die ausgebildete Krankenschwester Ihre Passion zu Hunden als Therapiebegleitung entdeckt. Seitdem hat sie Ihr Wissen auf diesem Fachgebiet kontinuierlich vertieft und ausgebaut. Das Team ist im Heinrich-Haus regelmäßig im Einsatz. „Einmal pro Woche sind wir in der Werkstatt und der Tagesförderstätte und arbeiten dort mit Teilnehmern mit Körper-, Lern- und Sinnesbehinderungen, aber auch mit psychischen Beeinträchtigungen“, erzählt Schattulat. Eine Therapieeinheit dauert meist eine Stunde und wird unter Einbeziehung des Hundes individuell auf die Teilnehmer abgestimmt, in dem gezielt auf die Stärken und Schwächen jedes Einzelnen eingegangen wird. Die Atmosphäre während der Therapiestunden ist meist ausgelassen, dennoch weiß Susanne Schattulat, dass die Besuche für die Hunde Schwerstarbeit sind. Wichtig ist es ihr deshalb, dass man darauf achtet, dass die Hunde nicht überfordert werden. „In der Behandlungssituation müssen Luna und Maja auch mal Zeit zum Verschnaufen haben. Sobald ich eine gewisse Überforderung spüre, versuche ich auf die Hunde situativ besonders einzugehen.“, so Schattulat.


Doch der Einsatz lohnt sich: Ronja ist Spastikerin und hat nach den Therapiestunden nachweislich weniger Verkrampfungen. Die körperlichen Übungen mit dem Hund zeigen echte Wirkung. Viele Sachen macht Luna vor oder Ronja und Ann-Christin animieren den Hund selbst zu bestimmten Intelligenzspielen. Häufig wird der Hund auch zu Belohnung eingesetzt, z. B. eine ausgelassene Kuscheleinheit im Therapieraum. Für Ronja ist das ein echtes Highlight, jede Woche aufs Neue. Und für Ann-Christin ging über die Teilnahme an der Therapiestunde sogar einen Traum in Erfüllung: Susanne Schattulat lud sie ein, gemeinsam beim Incentive- Konzert der Söhne Mannheims vor dem Engerser Schloss dabei zu sein. Für Sie ein unvergessliches Erlebnis.


Die Werkstattleitung ist von der Therapie überzeugt. Das Stundenangebot soll weiter ausgebaut werden und sogar mit Ergotherapeuten und Logopäden personell aufgestockt werden. Bis dahin freuen sich alle darüber, dass Susanne Schattulat jede Woche in die Werkstatt kommt.