Schüler der Christiane-Herzog-Schule
19.05.17 09:12 Alter: 96 days
Kategorie: Top News, Newsvorschau, Heinrich-Haus Pressemitteilungen
19.05.17

Inklusionstage im Löhr-Center: Heinrich-Haus zeigte, wie Inklusion im Arbeitsleben möglich wird

Die berufliche Tätigkeit ist ein wichtiger Faktor für das Ansehen eines Menschen in unserer Gesellschaft und somit auch für das Selbstwertgefühl und die Zufriedenheit des Einzelnen. Schließlich verdient er damit zudem seinen Lebensunterhalt. Bei den Inklusionstagen im Koblenzer Löhr-Center stand deshalb vom 11. bis zum 13. Mai die berufliche Situation von Menschen mit Benachteiligungen oder Behinderungen im Fokus.


Joachim Laser (Inhaber der Firma Laser Innenausbau aus Neuwied), Matthias Damerau und Andre Braun (beide Azubis zum Tischler), Fabian Flada (Case Manager im Heinrich-Haus)

Das Heinrich-Haus zeigte ein breites Spektrum, wie die berufliche Aus- und Weiterbildung inklusiv gestaltet werden kann: vom Praktikum über verzahnte Ausbildungsabschnitte und Integrationsbetriebe bis hin zum allgemeinen Arbeitsmarkt. Neben anderen Bildungsträgern und vielen interessierten Privatleuten informierten sich auch die Agentur für Arbeit, der Landesbehindertenbeauftragte Matthias Rösch und Bernd Giraud von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e. V. am Stand über die Angebote.

 

Unternehmen haben eine soziale Verantwortung

 

Besonders die vor Ort aufgebaute „lebendige“ Werkstatt weckte das Interesse. Als einer von vielen möglichen Ausbildungs- und Arbeitsbereichen im Heinrich-Haus zeigte das Holzzentrum Tätigkeiten, die am Anfang der Ausbildung als Tischler oder Fachpraktiker Holzverarbeitung stehen, und die Besucher erhielten einen Eindruck, wie die grundlegende Vermittlung von Fertigkeiten und Kenntnissen bis hin zum fertigen Produkt erfolgt. Besonders freute sich das Heinrich-Haus, dass auch ein Unternehmenspartner vor Ort war, mit dem eine intensive Kooperation besteht: Joachim Laser, Inhaber der Firma Laser Innenausbau aus Neuwied. Der mittelständische Handwerksbetrieb arbeitet seit vielen Jahren sehr erfolgreich mit dem Heinrich-Haus zusammen, sowohl im Bereich der Produktion als auch besonders bei Praktika und im Bereich „Verzahnte Ausbildung mit Betrieben und Berufsbildungswerken“ (VAmB). „Als Unternehmen haben wir eine soziale Verantwortung, auch für Menschen mit Behinderung da zu sein. Deshalb ermögliche ich ihnen gern einen Einblick in meinen Betrieb, damit sie sich ein realistisches Bild machen können, was sie nach der Ausbildung erwartet“, erklärt Laser. Zudem ist er überzeugt davon, dass die im Heinrich-Haus ausgebildeten Menschen bei richtiger Einbindung in Prozesse die gleiche Leistungsfähigkeit haben, wie Menschen ohne Behinderung. Gerade bei den Ausbildungsberufen im Holzbereich bestehen gute Chancen für die Arbeitsmarktvermittlung.

 

Wertvolle Partnerschaften

 

„Wenn Abläufe und Prozesse angepasst werden, kann die Leistungsfähigkeit gut abgerufen werden. Deshalb eignen sich kleine und mittelständische Betriebe besonders gut als Kooperationspartner, da dies hier oft flexibler möglich ist“, erklärt Kurt Wölwer, Reha-Leistungsmanager im Heinrich-Haus und ergänzt, „Die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen der Region ist für uns von zentraler Bedeutung, um unseren Auszubildenden und Beschäftigten den Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu erleichtern und ihre Integrationschancen zu erhöhen.“ Dabei stehen praktische Erfahrungen im Mittelpunkt, die die Beschäftigten auch in Integrationsfirmen sammeln können. So stellte am Stand die DG Mittelrhein das Bistro Josefine und das Ladengeschäft Meilenstein in Koblenz am Bahnhofplatz näher vor, die die Arbeit unter betrieblichen Bedingungen ermöglichen, aber doch mit speziellen Hilfsangeboten unterstützen. Die DLC Neuwied informierte als Integrationsbetrieb unter anderem für Schreibarbeiten über eine weitere spannende Chance, Menschen mit Behinderungen in Betrieben zu integrieren: die soziale Zeitarbeit.

Dass das Heinrich-Haus auf dem richtigen Weg ist, bestätigten die Gespräche mit den Agenturen. Sie betonten, dass Inklusion ohne Spezialeinrichtungen, die grundlegend unter Berücksichtigung der Einschränkungen ausbilden und fördern, nicht funktioniert.

Entscheidend sei aber, dass sie sich vielmehr als Vermittler zwischen den Fähigkeiten des Einzelnen und den Anforderungen des Arbeitsmarktes verstehen, um die berufliche Integration durch Praktika, Außenarbeitsplätze oder VAmB möglichst inklusiv zu ermöglichen.